Beobachter eines Treffens von ca. 30 Frauen und Männer am 30.05.2015 im Luftfahrtmuseum Finowfurt wurden neugierig auf das Geschehen vor und in dem sogenannten „Archäologie Shelter“. Da wurden verbeulte Blechteile aufmerksam und lange begutachtet, Berichte über Leichenfunde und deren Verbleib geführt und alte Landkarten und Luftbilder ausgewertet.

Dieses Treffen war ein erster Versuch die immer größere Zahl von Einzelpersonen und Team`s, die sich mit der Luftfahrtarchäologie im Ehrenamt beschäftigen einmal an einen Tisch zu holen. Viele kannten sich nur vom Telefon oder dem Internet. Jetzt konnten sie direkt von ihren Aktivitäten berichten.

Es ging um Verfahren der Zeitzeugenbefragung, der Ortung von Absturzstellen von Flugzeugen des 2.Weltkrieges vor Ort, in Wäldern, Seen und auf Feldern, es ging um neue Verfahren der Bergung dieser Wrack`s, und vor allem um die Aufklärungsarbeit der Fliegerschicksale der Besatzungen und letztlich um den i-Punkt in diesem Ablauf, die Informationen an die Verwandten.

Kein Wunder – dieses erste Treffen war anfang`s vergleichbar mit dem babylonischen Stimmengewirr. Bald  war man sich einig – diese Treffen sind wichtig und sollten weitergeführt werden. Bei der Vorstellung wurde sichtbar, daß diese wichtige Arbeit in vielen Gebieten Deutschlands besonders  aber in Ostdeutschland geleistet wird. Es gibt Spezialisten für die Archivalien, für Bergungstechniken und für die technische Analytik. Die Spezialisten kamen aus Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Berlin und dem Rheinland.

In der breiten Diskussion wurde ebenfalls sichtbar, daß es noch einige „weiße Flecken“ im Aufgabenfeld gibt. So wurden bisher nur wenige Beispiele für erfolgreiche Bergungen sowjetischer Flugzeuge und Piloten des 2. Weltkrieges bekannt. Ähnlich unbearbeitet sind die Aufklärungen von Fliegerschicksalen aus der Zeit des sogenannten Kalten Krieges von 1945 – 1994. Dieses Treffen machte Mut die Bemühungen auf diesem Gebiet zu verstärken, den Kampf gegen Bürokratie, Ignoranz und Geschäftemacherei zu führen.

Das Museum, als Gastgeber dieser Veranstaltung hat in den letzten Jahren auf diesem Gebiet durch die Arbeit einer Interessengruppe erste Erfolge erzielen können. In einer neuen Ausstellung auf ca. 400 m² werden Bergungsergebnisse von amerikanischen, britischen, deutschen und russischen Besatzungen vorgestellt. Die bisherigen Erfahrungen in der musealen Arbeit zeigen, daß die Besucher dann sehr aufmerksam der Geschichte folgen, wenn ihnen neben den konkreten Schrotteilen eines Flugzeuges dann auch das Schicksal des Piloten vor Augen geführt wird.

Damit schließt sich der Kreis von Suchen, Bergen, Aufklären und Veröffentlichen.

Wir, die Mitarbeiter des Museums , sind gespannt auf die nächsten Treffen.

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